Hessische Leseförderung
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Hessische Leseförderung

Eine wissenschaftliche Evaluation der Leseförderung

am Beispiel der Aue-Schule in Dietzenbach

Die Schulbücherei der Aue-Schule in Dietzenbach hat in den letzten Jahren mehrere Konzepte zur Leseförderung entwickelt und durchgeführt. So wurden an der Schule Leseclubs eingerichtet, an denen die Kinder freiwillig nachmittags teilnehmen können. Desweiteren widmet sich die Aue-Schule verstärkt dem Aufbau eines bilingualen Lesungsangebotes, da die Stadt Dietzenbach eine ausgeprägt multikulturelle Bevölkerungsstruktur besitzt. So wurden unter anderem Lesungen durchgeführt, in denen Geschichten sowohl in türkischer als auch deutscher Sprache vorgelesen wurden.

Dieses bilinguale Leseförderkonzept wurde 2004 im Zuge einer wissenschaftlichen Evaluation untersucht, die von Frau Prof. Dr. Swantje Ehlers (Lehrstuhl für Literaturdidaktik am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen) durchgeführt wurde. Die Evaluation wurde mittels eines Fragebogens durchgeführt, der von 36 Schülern ausgefüllt wurde. Bei der Beantwortung dieser Fragen mussten sich die Kinder sowohl mit ihrer allgemeinen Haltung zum Leseclub als auch mit inhaltlichen Fragen zur gelesenen Geschichte auseinandersetzen.

In der Gesamtauswertung dieser Evaluation fällt Frau Prof. Ehlers ein durchweg positives Urteil über das Projekt. Vor allem sieht sie eine gesteigerte soziale Integrationsleistung: „Durch die Einbindung in einen gemeinsamen sozialen Kontext erfolgt eine Aufwertung und Akzeptanz von Herkunftssprachen, was wiederum das Selbstwertgefühl von Schülern nicht-deutscher Herkunftssprache stärkt und damit indirekt einen lesefördernden Effekt durch Motivationssteigerung und Förderung einer positiven Einstellung zum Lesen/Hören in Deutsch als Zweitsprache ausüben kann. Nicht zuletzt wird die interkulturelle Verständigung zwischen Schülern unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Herkunft gefördert. […] Insofern sollten solche Leseförderprojekte auf Fortsetzung hin konzipiert sein, um die positive Auswirkung des sozialen Zusammenhangs zu verstärken und langfristig positive Wirkungen von Projekten zu stabilisieren.“