Hessische Leseförderung
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Hessische Leseförderung

Verleihung des Hessischen Leseförderpreises 2009

am 30. November in Frankfurt

Die Gewinner des Hessischen Leseförderpreises 2009 stehen fest: In einer feierlichen Preisverleihung im Frankfurter Mousonturm zeichnete Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann die hauptamtlich geleiteten Stadtbüchereien Hofheim am Taunus und Nidderau für deren Leseförderprojekte aus. Beide Einrichtungen erhielten ein Preisgeld in Höhe von 5000 EURO. Ebenso zu den Preisträgern gehörten die ehrenamtlich geleitete Schulbibliothek der Holzhausenschule Frankfurt, die mit 3000 EURO bedacht wurde, sowie die ebenfalls ehrenamtlich geleiteten Büchereien Grünberg und Nauheim, die jeweils 1000 EURO erhielten. Folgende Bibliotheken waren zudem für den Hessischen Leseförderpreis 2009 nominiert: Stadtbücherei Büdingen, Stadtbücherei Hofgeismar, Stadt- und Schulbücherei Kelsterbach, Bücherei Liederbach am Taunus (alle hauptamtlich geleitet) sowie die Katholische Öffentliche Bibliothek St. Sophia Erbach und die Stadtbücherei Melsungen (beide ehrenamtlich geleitet.

Die Projekte der Preisträger

Schulbibliothek der Holzhausenschule Frankfurt

Die ehrenamtlich geleitete Schulbibliothek der Holzhausenschule Frankfurt wird für ein umfangreiches Projektpaket mit dem Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet. Projektwochen, in denen das Lesen zum Thema gemacht wird, spielen bei der Juryentscheidung eine ebenso tragende Rolle wie regelmäßig stattfindende Buchclubs, in denen die Kinder sich gegenseitig vorlesen und Buchempfehlungen verfassen sowie Lesungsreihen, die jeweils spezifisch für Jungs oder Mädchen konzipiert wurden. Damit würdigt die Jury ihr ehrenamtliches Engagement, facettenreiche Leseförderprojekte für alle Klassenstufen in den Schulalltag zu integrieren.

Stadtbücherei Grünberg

Die ehrenamtlich geleitete Stadtbücherei Grünberg erhält den Hessischen Leseförderpreis und ein Preisgeld in Höhe von 1000,- Euro für ihr Projekt „Aktion Lesezeit! – Grünberg liest“, in dem sich anlässlich seines 100. Todestages alles um Wilhelm Busch drehte. Im Laufe des Projektes fanden nicht nur Busch-Lesungen und –Rezitationen statt, sondern auch Vorlese- und Theaterworkshops, deren Ergebnisse in späteren Aufführungen präsentiert wurden. Damit wird ein herausragendes Lesefest ausgezeichnet, das, so die Jury, Kinder sowie Erwachsene auf spielerische Weise an die Bibliothek heranführt.

Gemeindebücherei Nauheim

Die ehrenamtlich geleitete Gemeindebücherei Nauheim wird für ihr Projekt „Nauheim liest 2008“ mit dem Hessischen Leseförderpreis ausgezeichnet und erhält zudem ein Preisgeld in Höhe von 1000,- Euro. Drei Wochen lang drehte sich in Nauheim alles um das Thema Lesen. In zahlreichen öffentlichen Einrichtungen fanden Lesungen statt, die von bekannten Autoren, Würdenträgern der Stadt, Eltern, Großeltern aber auch den Kindern selbst durchgeführt wurden. Begleitet wurden diese Lesungen immer wieder von Mitmachaktionen für Kinder, so zum Beispiel einem Vorlesewettbewerb. Damit würdigt die Jury ein herausragendes Jahresprojekt, das die ganze Gemeinde in umfangreiche Vorleseaktionen der Bibliothek einbindet.

Stadtbücherei Hofheim am Taunus

Die hauptamtlich geleitete Stadtbücherei Hofheim am Taunus erhält den Hessischen Leseförderpreis und ein damit verbundenes Preisgeld in Höhe von 5000,- Euro für ihre Lyrik-Projekte. In verschiedenen Projektgruppen mit Grund- und Gesamtschülern näherten sich die Kinder zunächst spielerisch der Gattung „Gedicht“, setzten Gedichte schließlich szenisch um, bastelten kleine Knet-Skulpturen, die den Charakter eines Gedichts fassen sollten und lernten, wie man ein Gedicht rhythmisch mit Instrumenten untermalen kann. Zudem gab es Schreib- und Bastelworkshops, in denen die Schüler eigenständig Gedichte verfassten oder ihre Eindrücke in einem Bild festhielten. Die Jury würdigt damit ein herausragendes Lyrikprojekt, das eine intensive, altersgemäße Sprach- und Leseförderung mit Hilfe einer Gattung betreibt, die im Schulalltag zunehmend ins Hintertreffen gerät.

Stadtbücherei Nidderau

Die hauptamtlich geleitete Stadtbücherei Nidderau erhält für ihr Projekt „Römer in der Stadtbücherei“ den Hessischen Leseförderpreis und ein Preisgeld in Höhe von 5000,- Euro. Anlässlich des 2000. Jahrestages der Varusschlacht fanden über mehrere Monate zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema „Römer“ statt. Mit Unterstützung der Bücherei und der Saalburg beschäftigten sich Schulen und Kindergärten eingehend mit dem Leben im alten Rom. Es wurden Comicworkshops und Lesenächte organisiert und durchgeführt, in deren Verlauf die Kinder eigene Geschichten zeichneten, verfassten oder in Bildern festhielten. Die Jury war sich bei diesem umfangreichen Projekt einig, dass den Beteiligten durch zahlreiche, engagierte Aktionen die Gratwanderung zwischen Vermittlung von Sachwissen und Kreativitätsförderung besonders gut gelungen ist.

Die Projekte der Nominierten

Katholische Öffentliche Bibliothek St. Sophia Erbach

Die ehrenamtlich geleitete Katholische öffentliche Bücherei St. Sophia in Erbach erhält eine Ehrenurkunde für ihre Projekte „Bibfit – Kindergarten und Bücherei“ sowie „Bibfit – Kompass für die Schule“, Projekte, die durch eine grundlegende und zeitintensive Einführung Kindern den Zugang zur Bibliothek erleichtern. Darüber hinaus zeichnet sich die Bibliotheksarbeit durch den Einsatz neuer Medien aus: Die Kinder können zentrale Elemente der Bibliotheksnutzung per Internet, Handy und iPod steuern. Damit würdigt die Jury ihr Engagement in der nachhaltigen Leseförderung und ihre Vorbildfunktion in der multimedialen Bibliotheksnutzung über moderne Kommunikationswege und neue Medien.

Stadtbücherei Melsungen

Die ehrenamtlich geleitete Stadtbücherei Melsungen wird für ihr Projekt „Rund um den Apfel“ geehrt. In Zusammenarbeit mit einer Grundschule wurden zahlreiche Aktionen wie Lesungen und Bastelnachmittage rund um das Thema Apfel durchgeführt, um die Kinder über ein Fremdthema an die Bücherei heranzuführen. Die Jury würdigt damit ein Projekt, das sich zum Ziel setzt, mit unterschiedlichen Leseförderaktionen alle Sinne anzusprechen, um auf diese Weise Kindern im Grundschulalter Spaß an der Bibliotheksnutzung zu vermitteln.

Stadtbücherei Büdingen

Die hauptamtlich geleitete Stadtbücherei Büdingen erhält eine Ehrenurkunde für ihr Projekt „Lesen ist tierisch gut!“. In Zusammenarbeit mit dem Wildpark „Traumwald Büdingen“ finden monatlich themenbezogene Aktionen rund um die Tier- und Pflanzenwelt statt. Die Jury ehrt damit ein außerordentlich nachhaltiges Projekt, das mit seiner umweltpädagogischen Ausrichtung vor allem bibliotheksfernes Publikum erreicht.

Stadtbücherei Hofgeismar

Die hauptamtlich geleitete Stadtbücherei Hofgeismar wird für ihr Projekt „Echte Kerle – die Leseecke für Jungs“ ausgezeichnet. Durch die in der Bücherei eingerichtete Leseecke, die ausschließlich mit Medien ausgestattet wurde, die in erster Linie für eine männliche Zielgruppe interessant sind, gelingt es der Stadtbücherei, auch Kinder an die Bibliothek zu binden, die dieses Angebot sonst eher selten nutzen. Damit hat sich die Bibliothek, so die Jury, in der Leselustförderung bei der „Problemgruppe Jungs“ besonders verdient gemacht.

Stadt- und Schulbücherei Kelsterbach

Auch die ebenfalls hauptamtlich geleitete Stadt- und Schulbücherei Kelsterbach wird für ein geschlechtsbezogenes Projekt mit einer Ehrenurkunde bedacht: Im Zuge der Projekte „Echte Kerle lesen“ und „Starke Mädchen – Starke Bücher!“ finden in regelmäßigen Abständen Lesungen statt, bei denen Vertreter aus „typischen“ Männer- oder Frauenberufen eingeladen wurden, um über ihren Beruf zu sprechen und den Kindern dann aus themenverwandten Büchern vorzulesen. Damit würdigt die Jury zwei herausragende Leseevents sowie darüber hinaus ein umfangreiches und regelmäßiges Angebot in der literarischen Frühförderung mit dem Schwerpunkt Motivation über Lesevorbilder

Bücherei Liederbach am Taunus

Die hauptamtlich geleitete Bibliothek Liederbach am Taunus wird für ihr Projekt „ Katzen schleichen, Elefanten stampfen, Tausendfüßler trippeln... mit allen Sinnen Sprache lernen“ geehrt. Im Mittelpunkt steht dabei die langfristige Sprach- und Leseförderung von Grundschulkindern mit Migrationshintergrund durch Vorlesestunden, durch die Ermunterung der Kinder, selbständig Geschichten nachzuerzählen sowie durch das Einstudieren kleiner Theaterstücke, die schließlich in der Bibliothek zur Aufführung kommen. Die Jury ehrt somit ein herausragendes Projekt, das sich durch seine intensive Sprach- und Leseförderung ab der ersten Klasse bei Kindern mit Migrationshintergrund auszeichnet.